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    Serafima Fedorovna Woronina



    Serafima Fedorowna Woronina, eine Einwohnerin im eingeschlossenen Stalingrad von 1942.

    Serafima, oder Simochka, kam aus einer grossen Familie. Ihr Vater, Fedor Erofeewitsch Wornonin, war ein Arbeiter in der Metallsfabrik „Französische Fabrik“ (Franzuskaya Fabrika), die später zu „Roter Oktober“ umbenannt wurde. Die Stadt Stalingrad hiess vor 1925 Zarizyn.
    Auf eine gute Ausbildung wurde viel Wert gelegt in der einfachen Familie: Serafima hat das Gymnasium abgeschlossen und die Genehmigung bekommen, in Primärschulen der naheliegenden Dörfer, und später in Stalingrad selbst zu unterrichten.

    Nachdem ihre Brüder und Schwestern die Schule abgeschlossen hatten, setzte Serafima ihre Ausbildung fort und ging zur Fakultät der Geisteswissenschaften am Pädagogischen Instituts in Stalingrad. Am 26. Juni 1941 erhält sie ihr Lehrer-Diplom. Doch inzwischen war der Krieg ausgebrochen und so kommt sie nicht mehr dazu ihren Beruf auszuüben. Wie viele andere wird Serafima verpflichtet bei der Produktion von Kriegsbedarf zu helfen. So geht sie in der Fabrik Roter Oktober arbeiten.

    Im Sommer 1942 beginnt die Bombardierung der Stadt. Serafima lehnt die Evakuation ab, um mit ihrem am Bein verwundeten Vater und der Mutter in der Stadt zu bleiben. Sie erlebt alle Schrecken der Stalingrader Schlacht: Angst, Hunger, den Tod von Freunden und Verwandten, die Evakuation ihrer Brüder und Schwestern. Einmal noch bekommt sie eine Chance, an das andere Wolga-Ufer zu gelangen, aber sie lehnt ab, um ihre Eltern nicht alleine zu lassen. Unter gewaltigen Beschiessungen besorgt sie Wasser von der Wolga. Sie hilft ihren Nachbarn, Unbekannten und Passanten soviel sie kann, und hofft, dass der Bombardierungsschrecken bald aufhören möge.
    All das erfahren wir aus ihrem Tagebuch, das sie einen Tag nach dem anderen geführt hat.

    Das Schicksal liess sie nicht über den Sieg erfahren. Zusammen mit ihren Eltern kommt Serafima bei einer Bombardierung im Herbst 1942 ums Leben. Ihr Tagebuch wurde von einem Soldaten in den Ruinen Stalingrads gefunden. Ihre Brüder und Schwestern erfahren über ihre Leiden erst viele Jahre später, als sie 1973 in der Wolgograder Zeitschrift „Pravda“ auf einen Artikel stossen mit dem Titel „Tagebuch einer Einwohnerin von Stalingrad“.
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